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23.09.2020 - LÀlp D`Huez

 

Ein kleiner Bericht für die dunkle Jahreszeit, für alle „Nicht-Rollenbesitzer“ und alle, die die Herausforderung lieben...


Nach meiner zweiten Knie-OP und dem schmerzhaften Fitnessaufbau durch das ganze Jahr kam der September. Da kam mir der Gedanke, dass man sich doch eigentlich jedes Jahr einer Herausforderung stellen sollte und dabei fiel mir ein Bild vom Mythos „LÀlp D`Huez“ ins Auge.


Der Berg mit den 21 Kurven, den 13,8 km und den 1090 Höhenmetern.


Der Berg ist das Ziel und los ging es.

Die nächsten 2 Wochen gestalteten sich so, dass ich den Mount „Krusenberg“ sowie die Gebirgstour „Syke-Okel“ 4 mal abgefahren bin und mich gut vorbereitet fühlte ;-). Dann ging es am 21.09. mit einer Übernachtung in Freiburg nach Le Bourg-d Oisans, wo ich gut am 22.09. bei 24 Grad und Sonne ankam.


Es hätte so schön sein können. 


Race-Day“ 23.09.  Wetter: Regen, 8 Grad tiefziehende Wolken und der Mythos im Nebel. Erst Handlung am Morgen: Gang zu einem freundlichen Radhändler im Ort und ein Beleuchtungsset angeschafft. Gegen 10:00 Uhr ging es dann los, der Regen hatte nachgelassen, und der erste Kilometer war schön flach (einrollen). Dann das Null-Schild (Foto ist vom Vortage) und ab ging es in die Steigung.

Ich hatte irgendwo gelesen, dass die ersten 4 Kurven die Steilsten sein sollen, dies war auch so. Nachdem ich Kehre 21 (hier wird rückwärts gezählt) „Fausto Coppi“ hinter mir gelassen hatte und Kehre 20 „Joop Zoetemelk“ sah, dachte ich so, ok, du hast den ganzen Tag Zeit, hier ist außer dir keiner unterwegs, also denke von Kehre zu Kehre. Wenn es nicht mehr geht, dann mach eine Pause und dann geht es auch weiter.(Was für ein blöder Gedanke). Ich fuhr erstmal weiter in den Berg, und plötzlich lockerte sich der Körper ein wenig, und es kam die nächste Kehre. Und bei jedem weiterem Kehren-Schild wuchs die mythische Gänsehaut, und die Emotionen nahmen ihren Lauf.

Es ist halt eine stetige Steigung mit unterschiedlichen Prozenten, man darf sich nur nicht verrückt machen lassen, sondern das Schöne an jedem erklommenen Meter sehen. Nachdem ich Kehre 6 „Gianni Bugno“ erreicht hatte, öffnete sich die Vegetation, und man sah hoch oben das Ski-Dorf (ZIEL) und hatte auf die „Pantani“ Kehren (er hat die 2+3) eine freien Blick.

Und was erblickt mein schon leicht ermüdeter Körper? Zwei E-Mountainbiker, denen wohl der Saft ausgegangen war und die sehr unrund den Berg hochfuhren. Da war der zusätzliche Wettkampf entfacht. In Kehre 1 hatte ich sie eingeholt und sah auf dem Tacho nur 11,8 km? Das Ziel ist ja in 13,8 km.

Die dicken Wolken achteten außerdem auch noch auf mein Wohlbefinden (Überhitzung) und öffneten sich. Es goss wie aus Eimern auf den letzten 2 km. Diese sahen dann noch eine gewaltige Bergstrasse durch den Ort einschließlich einer Hotel-Tunnel-Durchfahrt vor, bis endlich der riesige Parkplatz mit den Zielschildern auftauchte. GESCHAFFT !!!


Ich kann allen nur Mut machen, auch als „Flachland-Tiroler“ mit einer ganz normalen Übersetzung + Übergewicht, ES IST ZU SCHAFFEN !!!


Es hat sich gelohnt, nicht nur immer über das flache Land zu radeln, und dies werde ich garantiert wiederholen. Es gibt ja zum Glück noch einige Berge mit solch schönen Herausforderungen. (Karsten)

 

 

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