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06.09.2020 - Die Hölle von Q

 

Am Samstag ging es für mich ins schöne kleine verschlafene Ditfurt in der Nähe von Halberstadt im Harzkreis. Dort sollte es am Sonntag für mich in die „Hölle“ gehen. Die Hölle von Q (Quedlinburg) ist eine Mitteldistanz mit 2,0 km swim, 83 km bike und 21,1 km run. Auf diesen recht kurzen Strecken verbergen sich jedoch einige kleine knackige Anstiege.

 

Aber von Anfang an: Samstag ging es coronakonform mit Maske zur Startunterlagenabholung und zum Bike Check- In. Hier zeigten sich bei mir erste Defizite aufgrund fehlender Wettkämpfe. Ich hatte zwar gut geplant, bin aber alles doppelt und dreifach durchgegangen um auch ja nichts zu vergessen. Es hat aber alles geklappt, und ich hatte tatsächlich alles was ich brauchte. Aufgrund verschiedener Wechselzonen musste ich auch einen Runbeutel packen, welcher dann am See abgegeben wurde. Nachdem alles fertig war, ging es in die Vorphase zur Hölle.

 

Sonntag! Wecker! 04:30! Hölle...

 

Nach dem obligatorischem Wettkampffrühstück (Haferflocken, Quark, Himbeeren) ging es zum See.

Einschwimmen gab es nur bis 06:20, Start war 06:50 Uhr. Somit habe ich mich eingelaufen und bin in den Neo geschlüpft und habe mich warm gehalten. Bei 9° Außentemperatur war das Wasser mit 19° geradezu wie ein warmes Bett.

Aufgrund Corona war Auflage des Gesundheitskonzeptes ein entzerrter Schwimmstart in 4er Gruppen. Dazu mussten wir uns vorher in Zonen aufstellen, mit der erwarteten Schwimmzeit. Block A weniger als 30 min...Block B unter 31 min etc. Da ich etwas später dran war, bin ich in irgendeinem Block um 40 min gelandet. Da ich ja ein sehr guter Schwimmer bin (NICHT:-))war mir das leider etwas zu langsam:-)...Spaß beiseite, das war schon ganz okay. Ich wollte mich in den 35 min Block stellen, diesen hatte ich leider verpasst. Somit war ich auf den ersten 100 m im Gerangel und dann alleine in einem Riesensee. Die Szenerie war echt klasse: Aufgehende Sonne und Nebel über dem Wasser. Leider konnte ich die Gruppe vor mir nicht sehen. Ich war bei einem Schwimmen im Wettkampf noch nie so alleine. Vor mir niemand und hinter mir niemand. So musste ich mir den Weg selber suchen und hatte aufgrund des Nebels ziemliche Probleme den Weg zu finden, trotz dieser großen orangenen Bojen. Zum Ende konnte ich noch eine Gruppe erwischen und konnte 150 m Wasserschatten genießen ehe es in die erste Wechselzone ging...

 

Hier habe ich mich sofort aufs Rad geschmissen und konnte losballern. Die Strecke hatte es zumindest etwas in sich mit 3 Anstiegen im Harz: Rosstrappe, Thale - Hexentanzplatz- Friedrichsbrunn 2x) mit insgesamt 1400 Höhenmetern...ist ja nun für Bremer Verhältnisse schon viel.

Ich kannte Teile der Strecke aus meiner Jugendzeit und konnte bis Thale ordentlich Druck machen. Habe aber auf die Wattanzeige geschaut und mich an meinen Plan gehalten. Das führte dann zu einem 37er schnitt und der erste Berg war verhaftet...bis jetzt keine Hölle...nur Spaß. Aufgrund der schlechten Strassenverhältnisse von der Rosstrappe abwärts nach Thale habe ich heute Muskelkater in den Händen, da ich mich offenbar in den Lenker gekrallt habe :-D

Der Anstieg Thale - Hexentanzplatz- Friedrichsbrunn auf 9 km Länge ist auf den ersten 4 km ziemlich stark ansteigend mit einigen Kehren. Am Fuße des Berges fühlte ich mich etwas an die Challenge Roth erinnert – hier warteten viele Zuschauer, die richtig geile Stimmung gemacht haben. So war dies dann für mich nicht der „Solar Hill“ sondern der „Hölle Hill“.

Bergab ging es dann mit knapp 75km/h zum Wendepunkt und zum zweiten Mal den Berg hoch. Leider erwartete mich hier die Hölle, da sich der erste Krampf meldete. Trotz des ausgiebigen Radtrainings in diesem Jahr habe ich seit einiger Zeit ziemliche Probleme mit Krämpfen. Leider hat hier auch das Trainieren in den Alpen nichts gebracht.

 

Nun denn geht es halt mit Krämpfen weiter. Das zweite Mal war ich 1:40min langsamer am Berg also noch im Soll. Hatte ich mir eine Radzeit von sub 3 h vorgenommen. Mit Wechsel sind es dann 3:02 h geworden. Also ganz okay.

 

Zum Wechsel in der WZ 2 kann ich nur sagen: Ganz großes Kino. Auch hier absolut engagierte Helfer. Ich musste die Helferin fast bitten mir nicht auch noch die Schnürsenkel zu schnüren- absolute Klasse.

 

Ich hatte mir beim Laufen einiges ausgerechnet und gehofft, dass ich zwischen 1:35 und 1:40h laufen kann. Leider hatte sich dieses Thema nach 2 Schritten schon erledigt, da ich merkte, dass die Muskulatur in den Beinen dicht macht. Egal- würde der Wendler sagen. Dachte ich mir auch.

Auch hier warteten noch mehrere kleine aber knackige Anstiege in einer wundervollen Landschaft. Insgesamt gab es hier 200 Höhenmeter zu bewältigen...also recht easy, aber kurz und steil.

 

Konnte ich auf den ersten 3 Kilometern noch halbwegs vernünftig laufen, wurde es anschließend von Meter zu Meter mit den Beinen schlechter. Also habe ich Tempo rausgenommen und mich beim Vorbeilaufen an der Teufelsmauer an meine Kindheit und das Spielen mit meinem Opa erinnert. Hier habe ich viele, viele Stunden verbracht. So konnte ich den Lauf genießen und die Schmerzen etwas ausblenden. Beim Einlaufen in Quedlinburg- immerhin Weltkulturerbe- ging es direkt in die Altstadt. Hier gab es mittelalterliches Fachwerk und den letzten steilen Anstieg zur Stiftskirche zu bestaunen. Danach ging es in einen schmalen Gang. Hier standen eine Hexe und ein Teufel und feuerten dich in den Gang zur Hölle. Nach 05:44h war das Abenteuer dann leider schon vorbei.

 

Alles in allem ein schöner gelungener Triathlon. Mit der geplanten Wettkampfhärte 2020 wäre auch einiges mehr gegangen. Aber was nicht ist kann ja noch werden…

Ich komme wieder und empfehle den Triathlon absolut weiter. (Basti)

 

 

 

Platz m Platz AK AK Name 2 km swim T 1 83 km bike T 2 21,1 km run Zeit
93. 22. M 30 Sebastian Miehlke 0:39:47 (131.) 0:03:13 (88.) 3:01:37 (75.) 0:01:29 (79.) 1:58:17 (132.) 05:44:25
     
 







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